Süchtig nach Brot

 In meinem unmittelbaren Wohnumfeld hat inzwischen der sechste Back-Shop eröffnet - die herkömmlichen Bäckereien sind hier noch nicht mitgezählt (!) - und es scheint kein Ende zu nehmen. Warum sind die Menschen so süchtig nach Brot??

 

Die Antwort könnte in der berauschenden Wirkung des Glutens liegen, dem Klebereiweiß im Getreide, das uns glücklich macht. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind allerdings sehr bedenklich.

Noch vor 50 Jahren betrug der Gluten-Anteil im Weizen etwa 5 %, heute liegt er - bedingt durch entsprechende Züchtung zur Ertragssteigerung - bei ca. 50 %!

 

Gluten, das so genannte Klebereiweiß, ist eine waschechte Droge mit hohem Suchtpotenzial. Unvollständig verdaute Peptide (Eiweißverbindungen) - auch opioide Exorphine genannt - setzen in Verbindung mit den Opioid-Rezeptoren im Gehirn eine ähnliche Wirkung im Nervensystem in Gang wie Morphine (starke Schmerzmittel).

 

Ein Wohlgefühl stellt sich ein - und damit leider auch meistens eine klassische Nahrungsmittelsucht, die unsere Sinne betäubt, uns schläfrig macht und das Hungergefühl steigert. Es kommt sehr schnell zu Entzugserscheinungen wie z. B. Schlafstörungen, wenn das Gluten (Brot, Brötchen, Pizza, Pasta, Kuchen, Kekse) einmal weggelassen wird. Ein Selbsttest bringt das schnell zutage.

 

Bei den unverdauten Peptiden aus der Milch verhält es sich ähnlich, allerdings wirken diese 'Opioidpeptide' weniger berauschend als die des Weizens. Sehr viele Menschen wollen oder können absolut nicht auf Brot und/oder Milch verzichten! Es sind eben echte Volksdrogen geworden...

 

Die gesundheitlichen Folgen des massenhaften Weizen- und Milchprodukte-Konsums sind verheerend, die dadurch ausgelösten Darmschäden führen zu andauernden Entzündungen, zu allergischen Reaktionen, zu Nährstoffmangel und dadurch langfristig zu erheblichen physischen und auch psychischen Störungen.

 

Durch die Brille der Evolution sind Kuhmilch und Weizen absolute Neulinge auf unserem Esstisch, und aufgrund der mangelnden Anpassung unseres Verdauungssystems - und vor allem auch durch die verzehrten Mengen und unsere sonstige Ess- und Trinkkultur - eine enorme Last.

 

Und noch etwas: Der Backvorgang zerstört nicht nur die wichtigen Eiweißstrukturen des Getreides, sondern macht auch die im Korn enthaltenen guten Fette ranzig und damit schädlich für uns, was bei kontinuierlichem Verzehr u. a. einen erhöhten Cholesterinspiegel mit all seinen Folgen nach sich ziehen kann. Hitzestabile Lektine machen die Darmwand durchlässig für Stoffe, die diese normalerweise nicht passieren sollen und sorgen zudem für eine Verklumpung der roten Blutkörperchen. Alle Getreide enthalten darüber hinaus Enzym-Inhibitoren (Hemmer), die unsere Verdauung beeinträchtigen... (und es gibt noch unendlich viel mehr darüber zu sagen).

 

Wie bei jeder angestrebten Veränderung ist es sehr hilfreich, die eigenen Motive genau zu prüfen, denn sie bestimmen den Verlauf der Entwicklung. Wer sich für eine Umstellung entscheidet, sollte allerdings behutsam und ggf. angeleitet vorgehen, da die Macht der Gewohnheit und die Entzugssymptome leicht zu unterschätzen sind ;)

 

Neuesten Berichten zufolge besteht zudem der Verdacht, dass der Verzehr von Weizenprodukten zu entzündlichen Reaktionen im Körper führt*** und vor allem im Gehirn nachhaltige Schäden hervorruft.

 

 ssw 08.06.2014

 

***Aktualisierung:

 

Inzwischen gibt es zahlreiche Nachweise, dass alle Getreidesorten bestimmte Arten von Gluten enthalten, welche das Immunsystem dazu veranlassen, (überschießende) entzündliche Reaktionen zu initiieren. Auch die so genannten Pseudogetreide, die gern als glutenfrei deklariert werden, enthalten glutenähnliche Proteine.

 

ssw 12.07.2016