Ernährung weiter denken

Ernährung ist eines der explosivsten Themen in unserem Schlaraffenland, und trotz aller Fülle sind wir qualitativ unterernährt (!) und quantitativ höchst krank: Der geschätzte Gesamtumsatz im Gesundheitssektor beträgt in Deutschland etwa 250 Milliarden Euro pro Jahr, mehr als doppelt so viel wie im Automobilbereich.

 

Unser Konsum- und Genusswahn - nie gab es ein derartiges Nahrungsangebot - hat uns völlig vergessen lassen, dass unser Körper in seiner kontinuierlichen Erneuerung seine Zellen aus den Baustoffen produziert, die wir ihm zuführen. Du bist was du isst können wir mehr als wörtlich nehmen. Alles, was wir essen, machen wir zu unserem Wesen. 

 

Drei Phänomene möchte ich in diesem Zusammenhang besonders hervorheben:

 

  • Viele glauben, gesunde Ernährung schmecke nicht so richtig und sei etwas für Kranke oder für diejenigen, die abnehmen wollen.
  • Noch mehr Menschen glauben, ein Mehr an Nahrungs- oder Ergänzungsmittel-Zufuhr könne bewirken, dass der Körper bekommt, was er braucht.
  • Niemand glaubt wirklich, dass die Lebensmittelindustrie giftige oder schädliche Substanzen wissentlich verarbeitet.

 

Den direkten Bezug von Nahrungsaufnahme und Zellerneuerung zu ignorieren - bis zu 50 Millionen Zellen sterben pro Sekunde und werden erneuert -, ist, als würde man einen Zusammenhang zwischen Ziegelsteinen und Massivhäusern leugnen. Wer würde schon aus beschädigten, zum Beispiel salpeterbefallenen Steinen sein Haus bauen? Ein großes Problem der modernen Verarbeitung von Lebensmitteln liegt in der Zerstörung der Eiweiße und Fette, also der "Ziegelsteine" für den Zellaufbau.

 

Manchmal dauert es Jahre oder gar Jahrzehnte, bis sich die Folgen unserer Baustoff-Wahl als leichte oder schwere Symptome bzw. Funktionseinschränkungen im Körper zeigen. Hierin liegt wohl die wahre Tücke, die uns scheinbar unendlich in unseren Gewohnheiten verharren lässt.

 

Die gute Nachricht ist: Eine qualitativ hochwertige Ernährung macht sich im Alltag sehr schnell bemerkbar, beispielsweise durch ein intensiveres Gefühl der Lebendigkeit sowie mehr Wachheit und Konzentrationsstärke. Da sich die Haut ca. alle 28 Tage erneuert, sind positive Veränderungen hier oft erstaunlich schnell sicht- und fühlbar. Auch depressive Verstimmungen verschwinden häufig.

 

Es braucht wohl zudem eine gewisse innere Haltung, ja eine Wertschätzung dieses alchimistischen Wunders sowie eine bewusste Hinwendung zu der Idee, dass qualitativ gute Ernährung sinnvoll, nachhaltig und weitreichend in ihren Auswirkungen ist... Für das eigene Wohlbefinden und für unseren Planeten.

 

 

ssw 27.06.2014