Die Lösung des Eiweiß-Rätsels

Ein neugeborenes Kind, welches sich ausschließlich von Muttermilch ernährt, verdoppelt sein Gewicht in etwa 180 Tagen. In 100 Gramm Muttermilch finden wir circa 2 Gramm Eiweiß und nur winzige Mengen an Fett und Kohlenhydraten.

 

Im Körper eines Erwachsenen zerfallen täglich etwa 300 Gramm Eiweiß. Mediziner empfehlen eine tägliche Eiweißzufuhr von 80 - 100 Gramm.

 

Diese und weitere Fakten schrieb die russische Wissenschaftlerin und Ärztin Galina Schatalova 1996 in ihrem Buch "Wir fressen uns zu Tode" und sie stellte die damals wohl revolutionär anmutende Frage, wie wir Menschen überhaupt überleben können, ohne die vermeintlich notwendige Menge an Eiweiß über die Nahrung aufzunehmen. Eiweiße sind die Grundlage unseres Organismus, sie bilden sozusagen das Grundgerüst.

 

Auch schrieb sie damals schon, dass die Wissenschaft keine Eile habe, sich der Frage anzunehmen, ob der Mensch - ebenso wie die Pflanzen - in der Lage sei, den Stickstoff aus der Luft zwecks Eiweißsynthese zu binden. Daran hat sich in den letzten 20 Jahren wohl nichts geändert, denn noch immer ist die Eiweiß-Debatte in vollem Gange. Omnivore (Allesesser) nutzen sie als Dauerargument zum Beispiel für den Fleischkonsum, und viele Veganer (ohne tierische Nahrung) suchen noch immer fieberhaft nach "geeigneten" Eiweißquellen.

 

Fakt ist, dass die Nahrung nicht die einzige Quelle dieses begehrten Stoffes sein kann, was zwingend zu der Annahme führt, dass die körperinterne Eiweißsynthese der absolut wichtigste Faktor in der Eiweißfrage sein muss. Einige vegane Spitzensportler haben ja bereits eindrücklich unter Beweis gestellt, dass zumindest keine tierischen Eiweiße für einen muskulösen, leistungsfähigen Körper notwendig sind. Und auch Frau Schatalova hat das mit ihren eigenen Experimenten eindrucksvoll bewiesen: Sie wanderte zum Beispiel im Alter von 75 Jahren mit ihren Patienten 500 Kilometer durch die Wüste mit reduzierter Wasser- und Nahrungsaufnahme in bester gesundheitlicher Verfassung. 

 

Fazit: Unsere Körperintelligenz ist uns - wie so oft - ein paar Schritte voraus und es interessiert sie nicht, ob die Wissenschaft das auch beweisen kann. Eiweiße (und alle anderen Molekül-Verbindungen) werden vom Körper selbst produziert, er benötigt dazu Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und ein paar andere chemische Elemente, die in der Erdatmosphäre existieren. Voraussetzung für die optimale Produktion ist natürlich eine intelligente gesundheits- und vitalitätsorientierte Lebens- und Ernährungsweise. 

 

ssw 15.06.2016

 

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